Der letzte Beitrag -alles muss raus

Lie­be Com­mu­ni­ty, lie­be Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, lie­be Mamis und Papis, lie­be Lebens­be­glei­ter und Lebens­be­glei­te­rin­nen, lie­be Kämp­fe­rin­nen und Kämp­fer, lie­be Hel­den und Hel­din­nen,

das war kein gutes Jahr und ich habe sehr lan­ge damit geha­dert wie die­ser “letz­te” Bei­trag sein soll. Letzt­lich habe ich mich dazu ent­schie­den ein­fach ehr­lich zu sein und mei­nen Gefüh­len frei­en Lauf zu las­sen. Ich muss jetzt vor­ab schon sagen, dass ich die­ses Jahr ohne euch nicht über­stan­den hät­te. Das ist weder groß pathe­tisch noch sen­ti­men­tal gemeint, son­dern ein­fach ein Fakt.

Mein Leben war nie son­der­lich prall und eher von viel Nega­ti­vem geprägt, auch wenn man dadurch eini­ges gewohnt ist, gibt es Jah­re die einem als beson­ders beschei­den in Erin­ne­rung blei­ben. Doch immer genau dann wenn ich gedank­lich schon von der Brü­cke gesprun­gen bin, geschah ein klei­nes Com­­mu­­ni­­ty-Wun­­­der und irgend­wer hat mich wie­der auf­ge­baut. Ob durch sehr per­sön­li­che Brie­fe und Mails, mit klei­nen Über­ra­schun­gen oder ein­fach in dem ich gezwun­gen wur­de selbst zu erzäh­len was mir auf der See­le brennt.

Ihr müsst ver­ste­hen, mein Leben besteht aus unter­schied­li­chen Grün­den zu einem sehr gro­ßen Teil aus Krank­heit, Dra­ma oder Leid und nur zu sehr weni­gen Tei­len aus Glück und posi­ti­ven Erleb­nis­sen. Ich den­ke genau des­halb bin ich jedes Jahr um die­se Zeit so extrem depres­siv und stän­dig am Wei­nen, eben weil mir am Ende des Jah­res sehr bewusst wird was alles schief gelau­fen ist in mei­nem Leben oder wie vie­len ande­ren Men­schen es nicht gut geht.

Mei­ne Ver­gan­gen­heit hat aus mir einen Men­schen gemacht der ich nie sein woll­te und nun doch bin. Die Schuld­fra­ge, die Suche nach dem Grund für das War­um habe ich schon lan­ge hin­ter mir gelas­sen… doch beglei­tet mich steht´s ein bit­te­rer Bei­ge­schmack. Irgend­wo in einer der hin­ters­ten Ecken mei­nes doch recht in Mit­lei­den­schaft gezo­ge­nen Herz­chens, bleibt ein Gefühl von “ich hab all das ver­dient” und brei­tet sich zur Weih­nachts­zeit über mein gan­zes Den­ken aus. Okay, wenn wir ehr­lich sind, dann ist ja fast jeder irgend­wie ein Opfer, hat einen Ver­lust erlit­ten oder hat ander­wei­tig mit Pro­ble­men zu kämp­fen. »Jedes Dach hat sein Ach« sagt man und doch bewe­ge ich mich in Krei­sen, wo vie­le Men­schen eben mehr “Ach” als ande­re in ihrem Leben haben.

Selbst wenn

Selbst wenn es mir mal gut geht, dann sehe ich immer­noch jeden Tag, mei­ne abso­lut lie­bens­wer­te aber blin­de, immo­bi­le und mehr­fach erkrank­te Mut­ter. Ich glau­be vie­le kön­nen sich nicht vor­stel­len, dass auch das direk­te Umfeld von der Erblin­dung eines gelieb­ten Ange­hö­ri­gen betrof­fen ist. Das Gefühl als mei­ne Mut­ter mich zum ers­ten Mal nicht mehr erkannt hat­te wer­de ich nie ver­ges­sen. Das die eige­ne Mama nicht mehr sehen kann “wie schlecht es einem geht” ist eine sehr schmerz­li­che Erfah­rung, denn ab dem Zeit­punkt wo die eige­ne Mama hilf­los ist, ver­ab­schie­det sich das inne­re Kind für immer. Weil man nie einen Men­schen der hilf­lo­ser ist als man selbst belas­ten will.

Wir woh­nen nun schon vier Jah­re in die­ser Kon­stel­la­ti­on. Mama, Jens und ich, in unse­rer 4,5 Zim­mer Woh­nung mit unse­ren mitt­ler­wei­le fünf Kat­zen und den Vögeln. Es ist nicht leicht allem hier gerecht zu wer­den und oft gehe ich mit einem ungu­ten Gefühl ins Bett. Hab ich wirk­lich genug für Mama gemacht? Muss ich mehr für mei­nen Mann machen?

In den Pha­sen von chro­ni­scher Müdig­keit und Kraft­lo­sig­keit, wird die­ses Abwä­gen zum täg­li­chen Hor­ror­trip und zu kurz kom­me am Ende immer ich. Die Per­son die mich liebt also Jens, will nicht, dass ich soviel Ener­gie für die Ver­sor­gung von Mama auf­brin­gen muss, mei­ne Mama will nicht, dass Jens zu kurz kommt und zieht sich des­halb auch ger­ne mal zurück. Ihr habt abso­lut kei­ne Vor­stel­lung wie furcht­bar das alles manch­mal für mich ist.

Weil wir Mama auf­neh­men muss­ten – es ging wirk­lich nicht anders – haben wir uns also in finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten gebracht um die Ver­sor­gung mei­ner Mut­ter zu gewähr­leis­ten. Der Was­ser­scha­den unse­rer Nach­barn, wel­cher auch zu Mamas Unfall führ­te, hat uns dann gänz­lich den Ruin gebracht. Bis heu­te kämp­fen wir mit den finan­zi­el­len Fol­gen aus die­ser Zeit.

Wir hat­ten ganz ande­re Plä­ne als wir noch zu zweit waren, doch lei­der haben die eben erwähn­ten Gege­ben­hei­ten unse­re Lebens­pla­nung zu nich­te gemacht. Die Pfle­ge mei­ner Mut­ter war Anfangs sehr zeit­in­ten­siv und als alles gera­de bes­ser wur­de kam der Unfall. Ich konn­te also aus zeit­tech­ni­schen Grün­den nicht mehr arbei­ten gehen. Zudem kam noch dazu, dass ich von Jahr zu Jahr immer öfter an chro­ni­scher Erschöp­fung litt und qua­si immer über mei­ne eige­nen Reser­ven hin­aus agiert habe.

Ich habe vie­les dran gege­ben in den letz­ten Jah­ren. Hob­bys habe ich kei­ne mehr und der loka­le Freun­des­kreis ist auf ein Mini­mum geschrumpft. Nicht jeder ist gegan­gen weil er mit mir oder der Situa­ti­on nicht klar gekom­men ist, aber ein groß­teil fand es irgend­wann ein­fach nicht mehr trag­bar, dass ich immer abge­sagt habe weil ich ent­we­der krank war oder Mama nicht allei­ne blei­ben konn­te.

Lei­der hat es sich so ein­ge­schli­chen, dass Jens auch auf alles ver­zich­tet, da er wenn etwas mit mir machen möch­te und nicht allein. Wenn man aber so oft wie ich nicht kann, dann ver­zich­tet Jens eben auch ein­fach immer. Oft sag ich ihm er soll sich ein Hob­by oder Freun­de suchen, er muss ja nicht ver­zich­ten, er darf und soll Spaß haben und zwar auch ohne mich. Lei­der will er dies wirk­lich nicht und so habe ich oft das Gefühl, ihm sämt­li­chen Spaß zu neh­men.

Seelen-Ausverkauf

Es tut gera­de übri­gens unglaub­lich gut all dies mal auf­zu­schrei­ben, ich mei­ne wirk­lich mit wem soll ich da groß drü­ber reden? Mei­ne Mut­ter und mein Mann sind die fal­schen Ansprech­part­ner. Mei­ne Schwie­ger­el­tern kom­men abso­lut auch nicht in Fra­ge und in mei­nem direk­ten Umfeld habe ich jetzt kei­nen mehr, der all die­ses (er)tra­gen könn­te.
Ich glau­be ich woll­te mir die­ses Jahr schon 10 mal nen The­ra­peu­ten suchen, aber es ist nie dazu gekom­men, weil ich ja eigent­lich weiß, dass mei­ne “Pro­ble­me” nicht lös­bar sind. Ich bin aus­the­ra­piert und ich den­ke jeder der schon ein Gespräch mit mir hat­te weiß was ich mei­ne.

Aller­dings habe ich in der Com­mu­ni­ty durch­aus ein paar Schät­ze denen ich mich öff­nen kann wann immer ich es will. Mehr Ver­ständ­nis als von Men­schen denen es ähn­lich geht, kann man nicht bekom­men. Lei­der fehlt mir auch da manch­mal die Kraft immer “online” zu sein – zumin­dest wenn es um mich selbst geht. Ste­hen Schwie­rig­kei­ten an und jemand benö­tigt Hil­fe, dann ver­su­che ich auch übers Inter­net ein guter Freund zu sein. Viel­leicht fin­den es vie­le nicht so toll, wenn ich mich pri­vat mal län­ger nicht mel­de, aber im Not­fall bin ich ja immer zu errei­chen.

Ein schweres Jahr für viele

In der Com­mu­ni­ty ging es die­ses Jahr vie­len sehr schlecht und fast täg­lich mel­den sich Pati­en­ten und Ange­hö­ri­ge mit ganz unter­schied­li­chen Anlie­gen. Wie vie­le Labor­be­fun­de ich die­ses Jahr gese­hen habe, kann ich nicht mehr zäh­len. Da ich sol­che Sachen ja direkt wie­der lösche, kann ich da lei­der kei­ne Zah­len nen­nen – aber es waren wirk­lich nicht weni­ge.

Gene­rell habe ich in kei­nem Jahr so viel geschrie­ben und tele­fo­niert wie in die­sem. Es sind nicht alle Fäl­le immer extrem und oft kann ich schnell bei klei­nen Pro­ble­men hel­fen, aber es mel­den sich auch Men­schen die gesund­heit­lich und see­lisch am Ende sind. Oft kann ich auf bereits ver­fass­te Bei­trä­ge ver­wei­sen, mit mei­nem Wis­sen trump­fen oder sozi­al­recht­li­ches gut ver­ständ­lich erklä­ren. Pas­sen­de Infor­ma­tio­nen haben wir eigent­lich immer parat, nur kann ich ja nie­man­den gesund machen.

Auch wenn ich eini­gen Pati­en­ten schon zu ihrer Dia­gno­se ver­hol­fen habe, gibt es Pati­en­ten da kann auch ich nichts tun außer zu zuhö­ren und zu moti­vie­ren. Es ist schon ganz schön hart manch­mal, eben weil ich ja so mit­füh­lend bin und dann auch oft mit­lei­de, aber mir gibt es eben auch sehr viel zurück. Wenn ich jeman­dem hel­fen kann, dann bin ich ein­fach glück­li­cher und zufrie­de­ner mit mir selbst.

Als soge­nann­ter Kran­k­heits-Blo­g­ger fol­ge ich natür­lich auch ande­ren Kämp­fe­rin­nen sowie Kämp­fern und bekom­me so eini­ges aus deren Leben mit. So schlimm es manch­mal ist nur von Schmerz und Leid zu lesen, so gut ist es aber um sich wie­der bewusst zu machen wie es einem selbst geht. Man bekommt wirk­lich einen ande­ren Blick auf die Welt, wenn man sich im Kreis der chronisch/schwer Kran­ken und  Behin­der­ten bewegt. Wenn dir dann man­cher Mensch doch rich­tig ans Herz wächst und ich mitbekom­me wie schlecht es dem oder der­je­ni­gen geht, dann kann es pas­sie­ren, dass ich hier sit­ze und bit­ter­lich wei­ne.
Da mir die All­­tags­­­ma­cher­-Ar­beit aber unterm Strich eben mehr gibt als sie nimmt, kann ich die­se Trä­nen sehr gut recht­fer­ti­gen. Ich bin nun mal auch ein sen­si­bler und mit­füh­len­der Mensch.

Rückzug und Verluste

In letz­ter Zeit habe ich recht wenig geschrie­ben und mich auch etwas zurück gezo­gen, der Kampf gegen die Win­ter­de­pres­si­on hat doch eini­ges an Zeit und Kraft in Anspruch genom­men. Auch wenn ich die­sen Kampf im Gro­ßen und gan­zen eher mal wie­der ver­lo­ren habe, so habe ich es immer­hin hin­aus­ge­zö­gert und gebe mich der Depres­si­on nicht völ­lig hin.

Vor kur­zem erreich­te mich eine sehr trau­ri­ge Nach­richt: Ein Mensch der mir doch recht viel bedeu­tet hat ist ver­stor­ben. Zwar hat­te sich der Kon­takt nach mei­nem Umzug nach Müns­ter ver­lau­fen, aber ich habe die­ser Per­son sehr viel zu ver­dan­ken. Seit einem Jahr sage ich zu Jens, wenn es mir bes­ser geht, dann wer­de ich sie besu­chen. Oft muss­te ich an sie den­ken. Dann steht plötz­lich aus dem Nichts jemand vor der Tür und teilt mei­nem Mann mit, dass die betref­fen­de Per­son an einem Hirn­tu­mor ver­stor­ben ist. Jetzt habe ich nicht mehr die Mög­lich­keit mich zu bedan­ken, dabei woll­te ich das doch unbe­dingt. Ver­zei­hen wer­de ich mir dies nicht so schnell aber: Lie­be Susan­ne, wo immer du jetzt auch bist; Dan­ke, dass du für mich da warst als ich allei­ne war; Dan­ke, dass du an mich geglaubt und mich geför­dert hast wo jeder ande­re nur an mir gezwei­felt hat; Dan­ke, dass du mich geret­tet hast aus dem tie­fen Loch aus dem ich nicht mehr raus­kom­men woll­te. Du gabst mir zum ers­ten mal in mei­nem Leben ein “Selbst­wert­ge­fühl”. Dan­ke für alles.

Der Tod ist so ziem­lich die ein­zi­ge Sache mit der ich nicht so gut zurecht kom­me. Auch als Sascha (Com­mu­ni­ty­mit­glied) die­ses Jahr ver­starb, hat­te es mir kurz den Boden unter den Füßen weg­ge­ris­sen. Man fängt immer an Par­al­le­len zu zie­hen und ver­gleicht, erst recht wenn jemand mit glei­cher oder ähn­li­cher Dia­gno­se ver­stirbt. Das ist wirk­lich der unschöns­te Teil mei­ner Tätig­keit.

Gera­de bei Freun­den mit glei­cher Erkran­kung habe ich oft Angst und den­ke an das Schlimms­te. Über sowas redet aber kei­ner – über Angst, dass ande­re ster­ben oder über die eige­ne Angst zu ster­ben. Dabei geht es vie­len so, dass höre ich immer wie­der in den pri­va­ten Gesprä­chen. Wenn es einem schon län­ger nicht gut geht, die Ärz­te sich nicht wirk­lich küm­mern und du siehst wie schlecht es ande­ren geht, dann kommt zwangs­läu­fig der Gedan­ke an den eige­nen Tod. Die­se Angst bedeu­tet ja aber nur, dass man nicht ster­ben will und ist mei­ner Mei­nung nach abso­lut nicht schlimm. Man darf sich nur nicht ver­rückt machen.

Keine Lust mehr

Jetzt ganz aktu­ell habe ich mei­ne Arzt­su­che und was dar­an hängt unter­bro­chen. Ich kom­me gera­de nicht wei­ter und die Bud­gets der Ärz­te sind auf­ge­braucht für die­ses Jahr. Auch hält sich mei­ne Lust arg in Gren­zen was Dia­gnos­tik und Arzt­ge­sprä­che betrifft. Mir geht es nicht gut aber auch nicht beson­ders schlecht. Ich habe mir ja fest vor­ge­nom­men nächs­tes Jahr etwas mehr für mich und mei­ne Gesund­heit zu tun. Im Janu­ar steht die Rücken-Op von Mama an und bevor da nicht alles wie­der rich­tig läuft kann ich was mich betrifft sowie so nichts ange­hen.

Ich habe einen rie­sen Respekt vor die­sem Ein­griff bei Mama und mache mir jetzt schon furcht­ba­re Sor­gen, wenn ich an die anschlie­ßen­de Ver­sor­gung zu Hau­se den­ke. Doch auch die­se Zeit wer­den wir über­ste­hen, eben weil wir es immer über­ste­hen. Nächs­tes Jahr wer­de ich nach und nach mei­ne Bau­stel­len ange­hen und auf jeden Fall zur Reha fah­ren. Es geht nicht anders, denn nach drei Jah­ren Burn-Out kann auch ich nicht ewig so wei­ter machen.

Jetzt wirds positiv

Ich muss ja auch sagen, dass ich es zwar noch nicht ganz glau­ben kann, aber ich glau­be nächs­tes Jahr wird eini­ges bes­ser für uns. Mein Jens geht aus der unsi­che­ren Selbst­stän­dig­keit in ein ganz tol­les Anstel­lungs­ver­hält­nis – allei­ne dadurch wird sich vie­les zum Posi­ti­ven ändern. Wenn Mama die Rücken-Op über­stan­den hat, dann kann ich hof­fent­lich nächs­tes Jahr ganz viel mit ihr spa­zie­ren gehen und end­lich mal wie­der nen Kaf­fee aus­wärts mit ihr genie­ßen.

Ich glau­be ganz fest, dass es mir irgend­wann nächs­tes Jahr bes­ser gehen wird und dann möch­te ich eini­ges erle­ben. Ich will wie­der auf Mit­tel­al­ter­märk­te und Met trin­ken. Ich möch­te mehr unter Men­schen und habe vor eini­ge lie­be Men­schen aus der Com­mu­ni­ty zu tref­fen. Ich muss raus und ich will Urlaub machen – und wenn es nur ein Wochen­en­de ist.

Außer­dem habe ich mir fest in den Kopf gesetzt, dass ich einen Mini­job haben will. Irgend­was sozia­les, ein­fach nur für mich. Oh doch, ich habe vie­les vor und eini­ges an Wün­schen… also hof­fen wir mal, dass auch etwas dar­aus wird. Es kann wirk­lich kaum beschei­de­ner wer­den und da ich schon so vie­le schlim­me Situa­tio­nen gemeis­tert habe, wer­de ich auch alles kom­men­de meis­ten.

Ich bin Rea­list und weiß, dass bestimmt das ein oder ande­re schief geht und auch ich weiß: ers­tens kommt es anders und zwei­tens als man denkt. Den­noch braucht der Mensch Zie­le und Träu­me auf die er hin­ar­bei­ten kann.

Ich gebe mich mit dem jet­zi­gen Gesamt­zu­stand ein­fach nicht zufrie­den und wer­de nächs­tes Jahr alles mir mög­li­che machen um etwas dar­an zu ändern. Das kann es halt ein­fach noch nicht gewe­sen sein und außer­dem will ich ja im Som­mer (rich­tig) hei­ra­ten!

Ich will Danke sagen

Wie ganz am Anfang schon gesagt, hät­te ich die­ses Jahr ohne euch nicht durch­ge­stan­den. Allei­ne wie die Com­mu­ni­ty mit­fie­bert bei allen mei­nen Schwie­rig­kei­ten ist ein Grund nie auf­zu­ge­ben. Ich füh­le mich mit euch nie wirk­lich allei­ne und wenn dann bin ich selbst schuld, weil ich es gera­de so will. Ihr moti­viert mich immer wie­der und trös­tet mich wenn ich trau­rig bin. Ich bedan­ke mich bei allen für ihr Ver­trau­en in Jens und mich und für die Unter­stüt­zung in den sozia­len Netz­wer­ken. Ich hab so unglaub­lich tol­le Men­schen und Per­sön­lich­kei­ten unter euch die mir so unglaub­lich wich­tig gewor­den sind.

Kat­ja (Immun­­­de­­fekt-Pati­en­­tin) die wie die Schwes­ter für mich ist, die ich immer haben woll­te. Bir­git (Mut­ter einer Immun­­­de­­fekt-Pati­en­­tin) die immer ein auf­bau­en­des Wort für mich übrig hat. Die Kampf­rau­pe Julia (Immun­­­de­­fekt-Pati­en­­tin) die mich immer wie­der damit beein­druckt wie sie Schick­sals­schlä­ge weg­steckt. Judith (Immun­­­de­­fekt-Pati­en­­tin) die mir immer wie­der durch glei­che Gedan­ken­gän­ge ein Lächeln aufs Gesicht zau­bert. Anne (Immun­de­fekt -Pati­en­tin und Haar­aus­­fall-Bot­­schaf­­te­­rin) die mich mit einer per­sön­li­chen Nach­richt aus einem Tief geholt hat und sie weiß es nicht mal. Ben­ni (Dar­m­­krebs-Bot­­schaf­­ter) der durch sei­ne Art mit der Erkran­kung umzu­ge­hen zu einem Vor­bild für mich wur­de. Tama­ra (Rheu­­ma-Bot­­schaf­­te­­rin) die mich durch ihre Bei­trä­ge von mei­nem eige­nen Leid ablenkt und sich aktiv für ande­re Kran­ke ein­setzt. Jana (Mor­bus Crohn-Pati­en­tin) die “Mit­tel­al­ter für Behin­der­te” ermög­licht und zeigt was trotz Ein­schrän­kun­gen mög­lich ist. Sarah (Mut­ter eines jun­gen Immun­­­de­­fekt-Pati­en­­ten) die mich immer wie­der auf den Boden der Tat­sa­chen zurück holt und steht´s ein offe­nes Ohr für mich hat.

Ich möch­te mich bei allen bedan­ken, die mir zur Sei­te stan­den als ich gemobbt wur­de; bei jedem der mir die Dau­men gedrückt hat wenn Mama im Kran­ken­haus war. Bei Kat­rin und Sil­ke möch­te ich mich bedan­ken für ihre bedin­gungs­lo­se Unter­stüt­zung der All­tags­ma­cher. Ich dan­ke den Grup­pen auf Face­book die mich als akti­ves Mit­glied so gut anneh­men und ich bedan­ke mich bei jedem Ein­zel­nen der mit Inter­ak­ti­on unse­re Sache unter­stützt.

Stell­ver­tre­tend für die gan­zen Plas­ma­spen­de­rin­nen und Plas­ma­spen­der sowie für die Blut­spen­de­zen­tren und Plas­ma­cen­ter, geht ein ganz beson­de­rer Dank an den Hae­ma Blut­spen­de­dienst in Plau­en und ihre Mit­ar­bei­ter: Mela­nie und San­dy aus dem Team sup­por­ten mich und die All­tags­ma­cher auch über das beruf­li­che hin­aus.

Sabi­ne und Caro, Andrea, Katha­ri­na, Petra, Jami­lia, Danie­la, Inge und und und  -die Lis­te ist lang und ich bin froh jeden ein­zel­nen die­ser beson­de­ren Men­schen in mei­nem Leben zu haben. Dan­ke!

Wenn man so das Jahr reflek­tiert und eigent­lich denkt, da kann nicht viel Gutes bei rum kom­men, dann ist es doch umso schö­ner zu mer­ken, wie viel Posi­ti­ves eben doch in mei­nem Leben Platz fin­det. All die Men­schen sind wirk­lich eine Berei­che­rung für mein Leben.

Der letzte Beitrag

Mit Beginn des neu­en Jah­res endet unse­re GbR und die All­tags­ma­cher wer­den vor­erst ganz nor­mal als Blog und in den sozia­len Netz­wer­ken fort­ge­führt. Im lau­fe des Jah­res stre­ben wir eine neue Form für die All­tags­ma­cher an und zwar eine gemein­nüt­zi­ge. Vom Logo über die Web­site -alles wird nach und nach optisch und funk­tio­nal ange­passt, so dass wir uns beim Relaunch der Web­prä­sen­zen gut dar­stel­len kön­nen.

Für den Wech­sel in die Gemein­nüt­zig­keit haben wir selbst ein neu­es The­men­kon­zept ent­wi­ckelt um euch und der The­ma­tik noch bes­ser gerecht wer­den zu kön­nen. Wir wol­len in Zukunft nicht nur selbst hel­fen son­dern auch ande­re dabei unter­stüt­zen zu hel­fen, da wir gemerkt haben wie gut wir das kön­nen. Über­ge­ord­net behan­deln wir die The­men aus unse­rem »aiai«-Kon­zept – also Auto­im­mu­ni­tät, Inflamma­ti­on, All­er­gi­sche Erkran­kun­gen und Immun­de­fek­te. Wir brin­gen zusam­men was zusam­men gehört und wol­len aktiv etwas an der schlech­ten Situa­ti­on von Men­schen in die­sem Bereich ändern. Ihr könnt euch ger­ne jetzt schon betei­li­gen und Ide­en und Vor­schlä­ge ein­brin­gen. Wenn ihr sogar Lust habt aktiv die All­tags­ma­cher mit­zu­ge­stal­ten, dann mel­det euch bei uns.

Dies ist also nicht nur der letz­te Bei­trag des Jah­res son­dern auch der letz­te als Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts im eigent­li­chen Sin­ne. Wir gehen die­sen Schritt nach lan­gem hadern, aber abso­lut über­zeugt und hof­fen, dass wir als Ver­ein rich­tig was bewe­gen kön­nen. Puh, wird das span­nend.

Mein Geburtstags-Weihnachts-Neujahrs -Wunsch

Am 23.12 ist es soweit und ich habe Geburts­tag, dann ist ja auch fast schon Weih­nach­ten und der Jah­res­wech­sel kommt direkt hin­ter­her. Eigent­lich abso­lut nicht mei­ne Zeit und jetzt mache ich genau das Gegen­teil von dem was ich sonst mache. Anstatt mei­nen Geburts­tag und die Fei­er­ta­ge zu igno­rie­ren, stel­le ich mich selbst­be­wusst hin und habe sogar Wün­sche im Gepäck. Ich möch­te mir ein Com­mu­ni­ty Moti­va­ti­ons­wand gestal­ten und dafür brau­che ich euch.

Wenn ihr irgend­ei­ne posi­ti­ve Asso­zia­ti­on zu mir habt, wenn ich euch schon hel­fen konn­te, wenn ihr mir ein­fach was Gutes tun wollt oder ich euer Herz berührt habe, dann lasst es mich bit­te wis­sen. Ich brau­che das irgend­wie und auch wenn ich Angst habe, dass kei­ne Reak­ti­on kommt, woll­te ich zumin­dest mal ver­su­chen ob ich mich aktiv glück­li­cher machen kann in dem ich euch mit ein­be­zie­he.

Ihr könnt im Prin­zip machen was ihr wollt, sucht euch einen Bei­trag raus der euch beson­ders gehol­fen hat, teilt die­sen und schreibt dazu wie ich bzw wir damit hel­fen konn­te, oder ver­brei­tet doch die Sei­te gene­rell und erklärt war­um man uns fol­gen soll­te.

Ob Foto,  Gra­fik oder Gedicht – pos­te ein­fach an die All­tags­ma­cher Pinn­wand was dir zu mir ein­fällt. Ich wür­de mich natür­lich beson­ders über Brie­fe und Post­kar­ten freu­en und alles was ich auf­hän­gen oder auf Rega­le ver­tei­len kann. Auch per Mail kann man mit­ma­chen, denn tol­le Mails kann ich mir ja ein­fach aus­dru­cken. Mein gro­ßer Wunsch ist Moti­va­ti­ons­post für mich die zugleich zeigt, dass ich mei­ne All­­tags­­­ma­cher-Sache rich­tig mache.

Also helft mir mich und mei­ne (unse­re) Sache zu pushen… ich wür­de mich wahn­sin­nig freu­en. Bis Ende Janu­ar könnt ihr mir etwas schi­cken (ob digi­tal oder in echt) und unter allen Ein­sen­dun­gen ver­lo­se ich dann die heiß begehr­ten All­­tags­­­ma­cher-Tas­­sen.

So das war er, der letz­te Bei­trag. Ich wün­sche euch allen eine besinn­li­che Weih­nachts­zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich bin froh, dass ich euch habe.

Euer Ste­phan

Stephan Bierwirth Verfasst von:

Ste­phan ist der Kopf hin­ter den Inhal­ten unse­rer Arti­kel und Bei­träge. Von einem ange­bo­re­nen Immun­de­fekt selbst betrof­fen ver­steht er, was es bedeu­tet mit einer chro­ni­schen Erkran­kung sei­nen All­tag zu meis­tern. Mit Erfah­run­gen aus der sta­tio­nä­ren Pflege, als pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger sowie als Pati­en­ten­be­treuer kennt er beide Sei­ten des Gesund­heits- und Sozi­al­we­sens.

Ein Kommentar

  1. Jana von Mittelalter mit Behinderung erleben
    19. Dezember, 2017
    Reply

    Oh Ste­phan,
    Ich muss so wei­nen gera­de.

    Ich wün­sche dir von aller tiefs­tem Her­zen das dein nächs­tes Jahr bes­ser wird.
    Fühl dich von mir gedrückt. Auch wenn wir uns nicht per­sön­lich ken­nen.
    Dei­ne geschrie­be­nen Wor­te müs­sen erst­mal sacken.

    Ich drü­cke dir echt die Dau­men auch für dei­ne lie­ben. *knud­del*

    Alle Lie­ben Grü­ße von Jana und auch mei­nem Leben­ret­ter Man­fred *knut­scha­schick*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.